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Meine persönliche Wohlfühlnahrung

Eigentlich dachte ich, als erfahrene Ernährungsberaterin hätte ich alles im Griff: Ich hatte vor etlichen Jahren für mich einen umfangreichen, komplexen Stoffwechseltest machen lassen und eine ausführliche Auswertung dazu erhalten, die ich dank meiner Ausbildung zu interpretieren wusste. Meine Erfahrung ermöglichte es mir natürlich, die Erkenntnisse aus der Auswertung in meinem Ernährungsalltag umzusetzen und ich fühlte mich wohl.

 

Ein verbreitetes, aber wenig bekanntes Problem

Dann ging es mir wie vielen Frauen mittleren Alters und ich erlebte, was leider viel zu selten thematisiert wird: Ich setzte nach über 30 Jahren Gebrauch die ‚Pille‘ ab, also ein orales Kontrazeptivum. Zudem kündigten sich bereits die Wechseljahre an. Was daraufhin folgte war ein wilder Ritt: ein gesundheitliches und emotionales Auf und Ab durch verschiedene hormonelle Dysbalancen. Er führte mich durch Arztpraxen, Therapiezimmer und sogar einen Operationssaal und bedeutete eine massive Einbusse an Lebensqualität über mehrere Jahre hinweg. Das in schwachen Momenten verlockende Angebot eines Arztes, mir die Gebärmutter entfernen zu lassen, schlug ich jedoch vehement aus.

Da ich in der Vergangenheit verschiedentlich den Verdacht gehegt hatte, dass mehrere kleinere gesundheitliche Störungen auf die Einnahme der Pille zurückzuführen seien (siehe auch „Östrogendominanz durch die Pille?“), hatte ich in den letzten 20 Jahren immer wieder versucht, die Pille abzusetzen. Aufgrund der postwendend eintretenden massiven gesundheitlichen Störungen, die sich damals so gar nicht mit meinen beruflichen und persönlichen Herausforderungen und Ambitionen vereinbaren liessen, hatte ich mich immer wieder von Ärzten überreden lassen, doch wieder die Pille zu nehmen. Aber diesmal waren es nicht nur gesundheitliche Bedenken sondern handfeste funktionale Störungen gewesen, die mich veranlasst hatten, den ganzen Weg zu gehen. Die Reaktionen meines Organismus‘ waren, wie erwähnt, sehr beeindruckend.

 

Der Stoffwechsel steht Kopf

Als ich endlich den Weg zurück ins Gleichgewicht gefunden hatte, war ich über zwanzig Kilo schwerer, mein Bindegewebe war schwach und schwabbelig, die Muskeln kraftlos. Ich brauchte einen Moment, um innezuhalten und mich neu zu orientieren. Ich beschloss, als eine der ersten Massnahmen mein Übergewicht und das schlechte Körpergefühl anzugehen. Ich nahm also wieder die alten Stoffwechseldaten hervor und hielt mich an meinen Plan. Alsbald musste ich jedoch einsehen, dass die bewährte Ernährungsweise nicht den gewünschten Erfolg brachte, und ich fühlte mich unwohl. Zuerst war ich verdutzt. Dann beschlich mich ein Verdacht: Hatte der ganze Hormonwirbel die Funktionsweise meines Stoffwechsels verändert?

Um wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben, griff ich auf den einfachen Stoffwechselfragebogen von William L. Wolcott und Trish Fahey zurück, die das Metabolic Typing ins Leben gerufen haben, und machte den Test. Nicht schlecht staunte ich, als ich am Schluss die Auswertung vor mir hatte: Mein Stoffwechsel hatte sich offenbar stark verändert. Wo früher eine klar kohlenhydratbetonte Ernährung für mich passend gewesen war, befand sich mein neuer Stoffwechseltyp nun tief im Bereich der protein- und fettreichen Ernährung.

 

Die Ernährung wieder dem Stoffwechsel anpassen

Nun wusste ich, was zu tun war. Ich richtete meine Ernährung bewusst auf die richtigen Proteine und bestimmte Fette aus und bereits nach wenigen Tagen spürte ich die ersten positiven Veränderungen. Dann fiel mir auf, dass meine Verdauung nicht optimal funktionierte. Und als ich so darüber nachdachte wurde mir bewusst, dass dies schon lange der Fall gewesen war, nur hatte das aufgrund der anderen, gravierenderen Symptome nicht im Vordergrund gestanden. Ich griff deshalb auf die Orthomolekularmedizin zurück, um das Gleichgewicht im Darm zu unterstützen, und nun ging es mir deutlich besser. Ich war weniger aufgebläht, die Ödeme begannen sich aufzulösen, den Tag hindurch hatte ich keine Hungerlöcher mehr, das Körpergewicht begann sich zu normalisieren und meine von früher so vertraute Energie – mein „Drive“ – kehrte zurück.

Meine Gedanken wurden klarer und rückwirkend fiel mir auf, dass ich zuvor oft in einem Gedankennebel gesteckt hatte. Schon bald hatte ich das Bedürfnis, mich wieder mehr zu bewegen. Ich erstand über das Internet einen gebrauchten Crosstrainer und genoss das bessere Körpergefühl, das mir das Training vermittelte. Zudem war es gut zu wissen, dass die Anregung von Kreislauf und Stoffwechsel mich meinem Ziel noch schneller näher brachten.

Diese persönliche Erfahrung erinnerte mich wieder daran, wie wichtig es ist, bei Veränderungen im Leben und insbesondere bei gesundheitlichen Problemen den eigenen Stoffwechsel im Auge zu behalten. Dies trifft für körperliche Beschwerden zu wie auch für psychische, und ganz besonders dann, wenn der Faktor Stress mitbeteiligt ist.

> Stoffwechselfragebogen herunterladen